Was darf ich, was nicht? Der Business-Knigge.

«Das gehört sich nicht!» Diesen Satz haben wir als Kind wohl alle immer mal wieder zu hören bekommen. Jetzt sind wir erwachsen und bewegen uns in der Arbeitswelt. Aber was gehört sich denn dort – und was nicht? Dass man nicht lautstark Kaugummi schmatzt oder sich beim Geschäftsessen bis zur Besinnungslosigkeit betrinkt, ist wohl jedem klar. Aber wie viele Küsschen gibt man sich zur Begrüssung? Und wer bietet wem zuerst das Du an? Wir haben uns diesen und einigen anderen Fragen gewidmet. Unsere 5-Punkte-Liste gibt Ihnen einen kleinen Einblick in die Dos and Don’ts der Arbeitswelt.

Ein, zwei oder drei Küsschen?
In der Schweiz gibt man sich zwar drei Küsschen. Und wenn man sich mit einer Person aus der Firma, die man auch persönlich mag, nach Feierabend trifft, dann darf man dieser Schweizer Gewohnheit auch folgen. Trifft man dieselbe Person aber während der Arbeitszeit im Pausenraum, sind Küsschen fehl am Platz! Also: Privates und Berufliches werden getrennt!

Duzen oder Siezen
Viele Firmen besitzen einen Verhaltenskodex, in dem klar geregelt ist, wer sich duzt und wer sich siezt. Gibt es diesen Kodex nicht, gilt: Treffen Sie auf eine Ihnen unbekannte Person, wird zuerst gesiezt. Möchte man im Verlaufe des Gesprächs zum Du übergehen, dann kommt Rang vor Alter vor Geschlecht. Der junge Vorgesetzte darf also zum Beispiel der Sekretärin, die schon länger im Unternehmen arbeitet, das Du anbieten.

Was soll ich bloss anziehen?
In den meisten Unternehmen gibt es einen Dresscode, an den man sich halten muss. Grundsätzlich gibt es für Ihre Business-Garderobe aber zwei Varianten:

  • Haben Sie viel Kundenkontakt und wird korrekte Kleidung erwartet, tragen Sie  – egal ob Frau oder Mann – dunkle Anzüge, weisse Blusen oder Hemden und schwarze Schuhe.
  • Geht es in Ihrem Arbeitsbereich eher etwas lockerer zu, können Sie zum Beispiel eine schöne Stoffhose, eine gepflegte Jeans, ein helles oder dunkles Hemd und dunkle Schuhe kombinieren.Für beide Varianten gilt: Die Krawatte kann je nach Anlass getragen oder weggelassen werden – sie lockert oder wertet das Outfit auf.

Ohne Worte kommunizieren
Auch mit unserer Körpersprache drücken wir Gefühle aus und senden Botschaften. Oft tun wir das, ohne dass wir es merken. Natürlich können wir nicht von einer einzigen Geste auf alles andere schliessen. Verschiedene Merkmale ergeben ein Ganzes und je nach Kultur werden Gesten auch anders interpretiert. Wir hinterlassen aber sicher einen besseren Eindruck, wenn unsere Körperhaltung aufrecht ist, wir beim Händeschütteln auf einen angemessenen Druck achten und unserem Gegenüber freundlich zulächeln. Ständig auf die Uhr zu blicken, mit den Fingern auf den Tisch zu trommeln und keinen Blickkontakt zu halten, kommt sicher weniger gut an.

Haben Sie Tischmanieren?
Was sich am Tisch gehört, wurde uns schon zu Hause beigebracht. «Sprich nicht mit vollem Mund! Iss nicht so gierig! Mach den Mund zu beim Kauen!» Aber auch sonst gibt es bei Tisch jede Menge zu beachten. Die Kaffeetasse wird am Henkel gehalten, das Weinglas am Stiel. Man legt die Ellbogen während des Essens nicht auf den Tisch. Und das Besteck wird möglichst diskret eingesetzt – lautes Geklapper und Geklirre ist also tabu.

Haben Sie jetzt Appetit auf noch mehr Knigge bekommen? Im Schweizer Business Knigge von Christoph Stokar finden Sie viele weitere Regeln dazu, was man in der Arbeitswelt darf. Und was eben nicht.