«Das neue Modell bietet noch bessere Jobchancen»

KV Juventus Zürich Daniele Panceri

Seit Sommer 2016 gibt es für die schulisch organisierte Grundbildung ein neues Ausbildungsmodell – das 3-2-1-Modell wird durch das effizientere 4-2-Modell ersetzt. Schulleiter Daniele Panceri erklärt, welche Vorteile das neue Modell mit sich bringt.


Neues Schulhaus – neues Ausbildungsmodell: alles neu macht der Herbst? 
Das könnte man so sagen. (lacht) Seit diesem Schuljahr gibt es nicht nur ein hochmodernes Schulgebäude für die Juventus Schulen, sondern auch ein neues kantonales Ausbildungsmodell in der KV-Grundbildung. Doch wir sind der Zeit sogar voraus: An der Juventus Wirtschaftsschule wurde das Modell schon 2016 eingeführt – wir wollten es den angehenden Kauffrauen und Kaufmännern einfach nicht länger vorenthalten, da es einige Vorteile mit sich bringt. Und das Modell an sich ist für uns ja nichts Neues …

Sie kannten es also schon?
Ja. Dieses System gab es schon einmal an den Juventus Schulen, vor zirka 15–20 Jahren. Schon damals hat es optimal funktioniert, bis dann eben das 3-2-1-Modell verpflichtend wurde.

Der Abschluss der schulischen Leistungsziele nach vier Semestern ist nun komplett vom praktischen Abschluss getrennt. Ein grosser Vorteil?
Ja, das ist sogar der Hauptvorteil des neuen KV-Modells. Vier Semester Schule, zwei Semester Praktikum – das neue System ist quasi komplett auf zwei Schienen aufgeteilt. So können sich die Lernenden auf einen Bereich konzentrieren. Zuerst widmen sie sich voll und ganz dem schulischen Teil, den sie direkt nach den ersten vier Semestern mit dem Qualifikationsverfahren abschliessen.

Und dann geht es ins Praktikum?
Genau. Bereits während der ersten vier Semester werden die Lernenden jedoch anhand verschiedener praktischer Gefässe optimal auf die Berufswelt vorbereitet. Dazu zählen integrierte Praxisteile, praxisorientierter Unterricht sowie die Vertiefung und Vernetzung. Erst dann geht es ins Praktikum in einen unserer Partnerbetriebe, mit denen die Schule in intensivem Austausch steht. Dort können sich die Lernenden wiederum voll auf die Praxis konzentrieren, bevor sie in die Berufswelt entlassen werden.

Einem nahtlosen Übergang ins Berufsleben steht also nichts im Weg?
Genau. Es besteht nun sogar eine noch höhere Chance, dass die angehenden Kaufleute vom Betrieb direkt übernommen werden, wenn es von beiden Seiten her passt. Das ist ein weiterer riesiger Pluspunkt des neuen Systems.

Und die Abschlussprüfungen?
Das Qualifikationsverfahren für den schulischen Teil findet direkt im Anschluss an den Theorieteil, also nach den ersten vier Semestern, statt. Da ist der ganze Stoff noch präsent. Im Anschluss an das Praktikum folgen die betrieblichen Prüfungen und man erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis Kauffrau/Kaufmann.

Als Schulleiter sind Sie also überzeugt vom neuen 4-2-Modell?
Auf jeden Fall. Für die Lernenden wird die Umstellung eine Erleichterung sein. Dass sie für ein Semester noch einmal aus der Praxis herausgerissen und ins Klassenzimmer gesetzt werden, wie das im 3-2-1-Modell der Fall war, muss nicht sein.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Panceri.